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Holzofen oder Strom?

Die Frage lässt sich vor jedem Prospekt beantworten, weil die Physik vorgibt, was möglich ist. Für den Referenzzuber sind rund 66 Kilowattstunden nötig. Aus der gewünschten Aufheizzeit folgt daraus die Leistung, die die Heizung liefern muss.

Erforderliche Leistung

P = Q / t = 66,2 kWh / t

in 2 Stunden aufheizen
33 kW
in 3 Stunden aufheizen
22 kW
in 4 Stunden aufheizen
17 kW
in 8 Stunden aufheizen
8,3 kW
an einer Schuko-Steckdose möglich
rund 3 kW

Netto, ohne Verluste. Eine Schuko-Steckdose ist mit 230 V und 16 A auf gut 3,6 kW begrenzt, dauerhaft belastbar sind rund 3 kW. Damit ergeben sich rechnerisch über zwanzig Stunden — und das ist der Grund, warum fast jeder Badezuber mit Holz beheizt wird.

Die vier Verfahren

  1. Innenofen, im Wasser stehend

    Der Ofen steht im Zuber, das Wasser umspült ihn direkt. Weil kaum Wärme an die Umgebung verloren geht, ist das die schnellste und sparsamste Bauart. Die Abgase ziehen durch ein Rohr nach oben ab.

    Preis dafür: Er kostet Badeplatz, seine Wandung wird sehr heiß und braucht zwingend eine Abschirmung, und er lässt sich nicht regeln wie ein Thermostat — nachlegen oder aufhören ist die ganze Steuerung.

  2. Außenofen, seitlich angeflanscht

    Der Ofen sitzt außen, zwei Rohre verbinden ihn mit dem Zuber. Das aufgeheizte Wasser steigt von allein nach oben, kaltes strömt unten nach — ein Kreislauf ohne Pumpe. Der Innenraum bleibt frei, und niemand kann sich am Ofen verbrennen.

    Dafür geht mehr Wärme an die Umgebungsluft verloren, der Aufbau dauert länger, und der Zuber braucht seitlich Platz und Sicherheitsabstand zu allem Brennbaren.

  3. Elektroheizer

    Sinnvoll ab etwa 6 bis 9 Kilowatt, und dafür braucht es einen Starkstromanschluss, keine Gartensteckdose. Der Vorteil ist die Regelbarkeit: Temperatur einstellen, fertig. In Verbindung mit einer Zeitschaltung ist der Zuber zur gewünschten Stunde warm.

    Der Anschluss gehört in die Hand einer Elektrofachkraft. Für Becken gilt in Deutschland die Normenreihe DIN VDE 0100, Teil 702, mit eigenen Anforderungen an Schutzbereiche, Fehlerstromschutzschalter und Potentialausgleich.

  4. Wärmepumpe

    Aus einer Kilowattstunde Strom macht sie ein Mehrfaches an Wärme, liefert diese aber langsam. Zum Aufheizen aus kaltem Zustand ist sie deshalb ungeeignet, zum Halten einer Temperatur über Tage oder Wochen dagegen die günstigste Lösung.

    Sie lohnt nur bei gut gedämmtem Zuber mit dichter Abdeckung und regelmäßiger Nutzung. Bei Außentemperaturen um den Gefrierpunkt sinkt ihre Leistung deutlich.

Die verbreitetste Kombination

Holzofen zum Aufheizen, Elektroheizer oder Wärmepumpe zum Halten. Wer den Zuber mehrmals pro Woche nutzt, spart damit den größten Teil der Anheizvorgänge — und Wasser, das warm bleibt, muss nicht jedes Mal neu aufbereitet werden.

Der unterschätzte Faktor: Wärmehaltung

Die Heizleistung entscheidet, wie schnell der Zuber warm wird. Wie lange er warm bleibt, entscheidet etwas anderes — und das kostet fast nichts.

  • Gedämmte Abdeckung. Die offene Wasserfläche ist der mit Abstand größte Verlustweg, durch Verdunstung und Abstrahlung. Zwischen zwei Badegängen gehört der Deckel drauf, ohne Ausnahme.
  • Windschutz. Bewegte Luft über der Oberfläche beschleunigt die Verdunstung erheblich. Eine Hecke oder ein Sichtschutzelement in Hauptwindrichtung wirkt stärker als jede Wandverkleidung.
  • Wanddämmung. Bei Zubern mit Kunststoffeinsatz lässt sich zwischen Wanne und Holz dämmen. Bei reinem Holz geht das nicht — Holz ist selbst schon ein passabler Dämmstoff.
  • Aufheizen zur richtigen Zeit. Am Nachmittag anheizen statt nachts: Die Temperaturdifferenz zur Umgebung ist kleiner, also der Verlust geringer.

Zwei Regeln ohne Ausnahme

  • Nie ohne Wasser anfeuern. Ein Ofen im Trockenlauf nimmt Schaden, und beim späteren Einlassen von Wasser entsteht schlagartig Dampf. Wasserstand prüfen, bevor das Streichholz brennt.
  • Nur im Freien betreiben. Ein Holzofen erzeugt Kohlenmonoxid. Unter einem Zelt, einem geschlossenen Pavillon oder in einer Garage ist der Betrieb lebensgefährlich, auch bei geöffneter Tür.

Stand: 24. August 2026